#AktionTicketBehalten

Liebe Veranstaltungspartner, Freunde der Folkmusik, Kollegen und langjährige Wegbegleiter, 

 

wir alle stehen vor einer nie dagewesenen Situation. Zunächst einmal möchten wir Euch unser Verständnis für die Absagen der kommenden Veranstaltungen signalisieren. Natürlich ist das kurzfristig betrachtet der „Super-GAU“ für uns alle als Kulturschaffende, aber es scheint, als ob das oberste Gebot der Stunde das der Vernunft ist. Nun gilt es, uns und unsere Mitmenschen keinen weiteren Risiken auszusetzen und die Pandemie soweit möglich zu verlangsamen, um unseren Ärzten und medizinischem Personal die Chance zu geben, Betroffenen auch weiterhin helfen zu können. 

 

 

Gleichzeitig bedeutet dies eine existenzielle Bedrohung für unsere geliebte Kulturnische, denn im Gegensatz zu den ganz wenigen „dicken Fischen“ des Musikbusiness haben unsere Künstler oft nicht die Rücklagen um einen möglicherweise drohenden monatelangen Verdienstausfall abzupuffern. Auch die Möglichkeiten der kurzfristigen Kompensation sind begrenzt bis nicht vorhanden.

 

 

Selbstverständlich sehen wir auch, dass in Euren Reihen viele sind, die ihre Konzertgagen nicht aus gut bestückten öffentlichen „Töpfen“ (so es diese noch irgendwo am Ende eines Regenbogens geben sollte) nehmen, sondern auf die jeweiligen Eintrittseinnahmen sowie viele fleißige, ehrenamtliche Helfer angewiesen sind, um ihren Kulturbetrieb am Laufen zu halten. 

 

 

Was also ist zu tun?

 

 

Wir glauben, wir haben die Lösung mit der #AktionTicketBehalten

 

 

Was ist das? 

 

 

*Eine gemeinsame Initiative der führenden Konzertagenturen im Bereich Folk und Weltmusik in Deutschland (und wie einige von Euch wissen, haben manche davon schon seit geraumer Zeit ein eher gespanntes Verhältnis - es ist also ganz nebenbei auch eine beispiellose Geschichte der Solidarität in Krisenzeiten!!) - 

 

*Eine Aktion, initiiert von lokalen Veranstaltern (das seid Ihr) und Agenturen.

 

*Ein Aufruf an *unser* Publikum:  statt Euch das Geld für Eure Tickets zurückzuholen, spendet es an Veranstalter und Künstler. 

 

 

-Damit Euer Kulturzentrum auch im Herbst nicht bankrott ist, wenn wir diesen Alptraum hinter uns haben. 

 

-Damit die Band, die Ihr eigentlich morgen sehen wolltet, auch übermorgen noch Musik macht.

 

-Damit es die Agenturen morgen noch gibt, die Euch die Künstler vermitteln, die Techniker, die den Sound zaubern und alle anderen, die mit ihren überwiegend freiberuflichen Jobs unser „Musikbusiness“ überhaupt am Laufen halten.

 

-Als kleiner Dank für die vielen, vielen unvergesslichen Momente, die Euch diese Künstler und ihre Kollegen schon beschert haben. 

 

-Als finanzielle Absicherung, damit die Zeit, in der die Musiker jetzt auf Tour sein sollten und nicht können, zum Beispiel genutzt werden kann um neue Songs zu schreiben. 

 

 

Kunst/Musik ist kein Luxusgut - unsere Welt wäre um so vieles ärmer ohne Live-Konzerte! 

 

Wie viel ärmer, das werden wir alle in den nächsten Wochen merken. 

 

 

Darum: macht mit, teilt unseren Presseartikel  auf Eurer Website, in den sozialen Medien, schickt ihn an Eure lokalen Tageszeitungen, schickt ihn als Newsletter an Eure Verteiler. 

 

Wir kümmern uns um die überregionale Presse, werden ihn an alle wichtigen Tageszeitungen und Online-Medien verschicken und in den sozialen Netzwerken teilen. 

 

 

Die einbehaltenen Ticketverkäufe sollten wir dann gerecht teilen zwischen Veranstalter, Künstler und Agentur - wie das im Einzelfall abzurechnen ist, sollte jeder Veranstalter mit der jeweils betroffenen Agentur aushandeln, denn die Konzertverträge sind ja sehr unterschiedlich, je nachdem ob das Konzert eine einzelne Band oder eine Festivaltournee betrifft, ob es ein freier oder kommunaler Veranstalter ist usw. 

 

Randnotiz: Theoretisch wäre es sogar denkbar, den VVK für kommende Veranstaltungen nicht zu stoppen sondern weiter laufen zu lassen sofern da rechtlich nichts dagegen spricht, und damit die Möglichkeit zu bieten, wenn jemand uns gerne noch schnell unterstützen will, noch handeln zu können. 

 

 

Trotzdem würden wir das Ganze gerne unter einem Dach, nämlich #AktionTicketBehalten abwickeln und nach außen tragen. 

 

#AktionTicketBehalten steht dafür, dass sowohl Veranstalter als auch Künstler von den Konzertbesuchern mit dem Ticketpreis unterstützt werden. 

 

Wertvolle Kulturlandschaft erhalten, so lange die Bundesregierung noch überlegt, wie man am besten die Banken unterstützt. 

 

 

Unser Beispiel könnte viele andere Veranstalter und Konzertbesucher anregen, es uns gleichzutun. 

 

Ein Hashtag kann viel bewirken, man denke an #metoo. In diesem Sinne, lasst uns solidarisch aktiv werden statt nur zu lamentieren! 

 

Bringt die #AktionTicketBehalten unter die Leute. Sprecht uns an. 

 

 

Mit kollegialen Grüßen, 

 

 

Rainer Zellner, Kirsten Spiegl, Ille Schiller (Music Contact)

 

Petr Pandula, Petra Zühlke, Bernd Wurster, Jonathan Herbst, Johannes Strecker, Tabea Gebhardt, Melissa Patamulcu, Eimhin Liddy (Magnetic Music) 

 

Sabrina Palm (Bonna Musica)

 

Anja Hövelmann (Laviola)
Stefan Decker, Béatrice Wissing (MIRA Konzertbüro)
Daniela Wilde & Team (HeimatPR - the home for artists)
Carla Feuerstein (Highland Blast / Firestone Music)
Petra Eisenburger (Concert Connections)
Christian Pliefke (CPL / Nordic Notes) 

 

Gudrun Walther, Falk Bruder (artes Konzertbuero)